Anzucht, Aussaat und Stecklinge 

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In den ersten Tagen und Wochen der Aussaat und Anzucht sind Pflanzen sehr empfindlich. Sämtliche äußerliche Faktoren, wie Licht, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftverwirbelung können das frühe Wachstum stark beeinträchtigen. Aus diesem Grund ist es ratsam, keine Kompromisse einzugehen und den Keim- oder Stecklingen die bestmögliche Umgebung zum Aufwachsen bereitstellen. Doch Stecklinge, Samen und Keimlinge haben unterschiedliche Ansprüche, denen man mit einem ordentlichen Anzucht-Set gerecht werden kann.

Mini-Gewächshäuser (Propagator-Box)

Ein Mini-Gewächshaus ist ein ideales Hilfsmittel zur Anzucht, Aussaat und für Stecklinge. Im Grunde ist er nicht anderes als eine winzig kleine Growbox: eine geschlossene Box mit der Möglichkeit Temperatur und Luftfeuchtigkeit durch das Öffnen und Schließen von Luftdurchlässen zu regulieren. Somit kann man eine optimale Wachstumsumgebung schaffen. Um die Temperatur konstant zu halten kann auch eine Heizmatte unter dem Propagator angebracht werden. Bei hochwertigen Modellen kommt noch eine Lampe hinzu, welche für die Anzucht geeignet ist, in den meisten Fällen Leuchtstoffröhren oder kleine LEDs.

Quelltabs

Quelltabs, oder auch Jiffys genannt, gibt es aus Torf oder Kokosfasern. Es handelt sich dabei um zusammengepresste “Tabletten” mit einem Durchmesser von ca. drei bis fünf Zentimeter. Sie werden in lauwarmes Wasser gelegt und quellen dabei zu ihrer vollen Größe auf, wodurch auch der Name kommt. In die aufgequellten “Töpfe” können anschließend die Samen oder Stecklinge zur Anzucht eingesetzt werden.

Die fluffige Struktur sorgt dabei für eine gute Sauerstoffversorgung, was wiederum zu einem gesunden Wurzelwachstum in den ersten Tagen beiträgt. Alternativ kann man auch bereits fertige Stecklingstablettsmit vorgepufferten Anzuchtwürfeln benutzen, um sich das Vorbereiten mehrerer Tabs zu ersparen.

Der Vorteil dieser Anzuchtvariante ist, dass die Pflanze nach der Wurzelbildung einfach umgetopft werden kann: aus einer Palette/Tray lassen sich die Würfel einfach herausnehmen und die Quelltabs umgibt ein dünnes Papiernetz, welches eingegraben einfach zerfällt und den Wurzeln freien Lauf lässt.

Anzucht direkt in Erde

Wer sich für eine direkte Aussaat in Erde entscheidet, sollte dafür eine spezielle Anzuchterde verwenden. Sie hat deutlich weniger Mineralien und besitzt keinen Dünger, der die feinen Wurzeln einer Jungpflanze verbrennen könnte. Bei der Anzucht in Erde muss das Substrat stets feucht, aber nicht nass sein. Anzuchterde besitzt oft einen hohen Teil von bspw. Kokosfasern, welche die Sauerstoffversorgung erhöhen und zusätzlich Wasser speichern können. Selbst wenn man draußen in einem großen Topf oder in einem Beet anbauen möchte, sollte der Samen, die Jungpflanze oder der Steckling in einem Bett aus Anzuchterde stecken.